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Du bist nicht alleine


Hallo,
Du kennst mich nicht, aber ich kenne dich.
Ich denke, du würdest gerne wissen, wer ich bin und was ich will.
Nun, es ist nicht gut alles über sich preiszugeben und das werde ich auch nicht tun, aber ich werde dir von mir erzählen.
Es ist aber auch nicht immer gut zuviel zu wissen. Man könnte auch sagen, dass es Dinge gibt, die man gar nicht wissen will. In diesem Brief stehen solche Dinge.
Wenn du also weiter ruhig schlafen willst und dein Leben sorglos leben willst, dann solltest du diesen Brief jetzt weglegen und nicht weiter lesen!
Sollte dies nicht der Fall, werde ich dich in meine Welt einführen.
Wie schon gesagt, du kennst mich nicht, aber ich kenne dich.
Ich beobachte dich auf Schritt und Tritt. Warum ich das tue? Ich bereite mich darauf vor dich zu holen.
Ich kann dich sehen, genau jetzt, in diesem Augenblick und auch sonst, zu jeder Zeit bin ich da.
Bist du schon mal morgens, wenn es noch dunkel war aus dem Haus gegangen und hattest das Gefühl nicht alleine zu sein? Du warst auch nicht alleine, denn ich stand nur ein paar Meter von dir entfernt.
Wenn du die Straße entlang gehst kann ich dich sehen, aber du mich nicht. Trotzdem spürst du immer wieder meine Anwesenheit.
Manchmal gehst du alleine durch die Dunkelheit und schaust dich immer wieder um. Dabei redest du dir die ganze Zeit ein, dass du doch alleine bist und du dir alles, was du glaubst zu sehen nur einbildest. Du hast Angst. Vielleicht leugnest du das jetzt, aber manchmal hast du wirklich Angst alleine in der Dunkelheit. Zu Recht.
Ich bin immer da. Manchmal laufe ich dir direkt über den Weg, wenn zum Beispiel ein Unbekannter deinen Weg kreuzt und du dabei irgendwie ein mulmiges Gefühl hast. Hin und wieder bin ich auch im Auto oder auf dem Fahrrad unterwegs.
Die meiste Zeit bleibe ich aber im Verborgenen. Ich sitze in irgendwelchen Büschen, verstecke mich in Hecken oder auf Bäumen und beobachte dich. Es ist schon oft vorgekommen, dass du sehr nah an mir warst. Du hast mich schon gegrüßt, manchmal habe ich geantwortet, manchmal auch nicht. Es ist sogar schon vorgekommen, dass ich dich berührt habe, aber als du dich dann umgedreht hast dachtest du, dass du nur einen Busch oder Strauch gestreift hättest.
Ich mag besonders dunkle Stellen, an denen du jeden Tag vorbei musst. Dort kann ich mich manchmal einfach nur in einem Schatten verstecken und wenn du mich siehst erschreckst du dich zuerst, hälst mich dann aber für etwas ganz anderes. Obwohl du mich siehst redest du dir ein, dass da nichts wäre.
Irgendwann wird deine Zeit kommen, dann schnappe ich dich und du wirst mir nicht entkommen. Warum ich das tun werde? Ich sagte doch, dass es nicht gut ist alles über sich preiszugeben.
Ich bin das Böse, da wo ich bin ist es kalt, plötzlich zieht Wind auf oder es ist totenstill. Nicht mal Tiere können meine Anwesenheit ertragen. Begegnet dir im Dunkeln eine Katze? Die ist grade vor mir weggelaufen. Ist der Gesang der Vögel plötzlich unregelmäßig und verstört? Das ist wegen mir.
Sind dir diese Zeichen noch nie aufgefallen? Du solltest öfters darauf achten. Dann wirst du schneller gehen, vielleicht sogar rennen, was dir aber auch nicht helfen wird.
Sogar bei Tageslicht bin ich hinter dir her. Ich muss mich besser verstecken, aber zu meinem Glück bist du oft alleine unterwegs. Alleine an Stellen, an denen man nicht alleine sein sollte.
Du glaubst zuhause wärst du sicher? Ich kann dir sagen, dass du nirgendwo sicher bist. Oft genug war ich schon bei dir zuhause. Ist dir das nie aufgefallen? Ich leihe mir ab und zu schon mal etwas von dir. Das sind so Dinge, die plötzlich nicht mehr da sind, wo du sie abgelegt hast und die dann plötzlich wieder auftauchen.
Du machst es mir ziemlich einfach. Manchmal stehen Fenster offen oder du lässt die Türe kurz offen, wenn auch nur für eine Minute. Das reicht mir schon um rein zukommen. Wenn du schläfst stehe ich direkt neben deinem Bett, wenn du Nachts wach wirst oder verzweifelt versuchst einzuschlafen, dann hocke ich garantiert darunter. Schau besser nicht nach, wenn du glaubst, es ist besser für dich, glaub mir. Genauso wenig solltest du in deinen Schrank gucken, wenn du nichts daraus brauchst. Manchmal komme ich abends nicht bis zu dir, dann warte ich draußen. Hast du jemals Abends die Rollos hoch gemacht um zu sehen, ob jemand dahinter steht und dir plötzlich genau in die Augen sieht? Würdest du das Fenster aufmachen, wenn dort niemand stände, aber du etwas hören würdest? Was ist, wenn du im Bad bist und kurz nicht in den Spiegel schaust, dann deinen Blick wieder aufrichtest und mich hinter dir siehst? Was würdest du dann machen?
Was würdest du machen, wenn du mir gegenüber stehst oder ich aus einer Ecke auf die zuspringe und dich packe? Du solltest dir diese Frage sehr gut durch den Kopf gehen lassen, denn bald wird es passieren.
Ich habe dich gewarnt, du hättest das hier nicht lesen müssen, dann hättest du nicht die Gewissheit, dass ich da bin und hättest in Ruhe weiterleben können, bis zu dem Tag, an dem ich dich geholt haben werde. Nun wirst du Angst haben, sie steht dir förmlich ins Gesicht geschrieben, ich kann es doch sehen, so wie ich alles sehe, was du tust.
Du glaubst mir nicht? Achte doch mal genau auf die Zeichen. Danach kannst du dir nicht mehr selber vorlügen, dass du alleine bist.
Während du diesen Brief liest werde ich in deiner unmittelbaren Nähe sein. Nah, traust du dich noch dich umzudrehen? Vielleicht stehe ich ja direkt hinter dir.

Adios.



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